Finnland 🇫🇮 - ab jetzt Richtung Süden
Sven Walther
Kurswechsel
Nach Wochen, in denen die Nadel immer weiter nach Norden gezeigt hat, heißt die Richtung ab jetzt: Süden. Wir haben einen Werkstatttermin bei Krug in Schladming, und bis dahin liegen noch ein paar tausend Kilometer vor uns. Also verabschieden wir uns von Svens Freund am Polarkreis und machen uns auf den langen Weg zurück Richtung Österreich.
Langer Weg heißt bei uns allerdings nicht durchfahren, sondern drei Zwischenstopps von jeweils ein paar Tagen - Svens Arbeitswoche findet ja auch unterwegs statt.
Kylmäluoma
Erster Halt ist Kylmäluoma, ein Wander- und Seengebiet unweit von Kuusamo. Wir kommen an einem Jugendheim unter und stehen mit Mammothon zwischen Kiefern, ein paar Schritte vom Wasser entfernt.

Unser Stellplatz am Jugendheim
In bewährter Manier erkundet Saskia die Umgebung, während Sven seinem Arbeitsalltag nachgeht. Die Wege hier sind weiche Sandpfade durch lichten Kiefernwald - und Lou legt das Tempo fest.

Wegweiser auf vier Beinen
Irgendwann öffnet sich der Wald und der Pfad führt als schmaler Bohlenweg quer durch ein Moor. Zwei Bretter breit, kilometerlang, und rechts und links nichts als Wollgras und vereinzelte Kiefern.

Zwei Bretter durch das Moor
Am Ende steht ein sichtlich in die Jahre gekommener Steg über einem Moorsee. Lou geht als Erste drüber und findet ihn in Ordnung.

Der Steg hat schon bessere Tage gesehen
Am Abend gibt es dann eine besondere Überraschung: In der Kantine wird extra für uns Pizza gemacht. Nach Wochen weitgehend ohne Restaurant fühlt sich das an wie ein Festmahl.
Apropos Küche: Hier lernen wir eine finnische Errungenschaft kennen, die wir bis dahin schmerzlich vermisst haben, ohne es zu wissen - fertig gepressten Knoblauch im Glas. Valkosipulimurska. Das muss definitiv mit nach Hause, beziehungsweise ins Mammothon.

Die vermutlich wichtigste finnische Erfindung
Suomussalmi
Nächster Stopp ist Suomussalmi. Wir stehen am Wasser, zwischen Bootsstegen und Birken, und haben abends die beste Aussicht des ganzen Ortes.

Mammothon am Wasser

So spät im Juli wird es endlich wieder dunkel
Kulinarisch legt Finnland auch hier nach: Salat auf der Pizza. Klingt zunächst ungewöhnlich, schmeckt aber so gut, dass wir das in Zukunft definitiv selbst ausprobieren werden.
Zu Fuß erkunden wir den Ort und finden eine weiße Fachwerkbrücke, eine überraschend tiefe Felsschlucht mitten im Wald und eine ausgemusterte Dampflok, die am Ortsrand vor sich hin rostet.

Die Brücke am Ortsrand

Mitten im Wald geht es plötzlich steil nach unten

Nummer 1132 hat Feierabend
Und dann sind da natürlich noch die Rentiere. Die gehören hier im hohen Norden einfach zum Alltag und kommen teilweise tatsächlich bis direkt vor unsere Tür. Irgendwann gewöhnt man sich fast daran. Fast.

Rasenmähen wird hier delegiert
Eines fällt dabei besonders auf: Ein komplett weißes Rentier steht mitten auf der Wiese und lässt sich in aller Ruhe fotografieren.

Weiße Rentiere gelten hier als Glücksbringer
Nördlich von Kuopio
Unser letzter Zwischenstopp liegt bei Toivala, ein Stück nördlich von Kuopio. Wir stehen direkt am Wasser, an einem Ort, an dem vermutlich normalerweise kein Tourist vorbeikommt - und schon gar nicht mit einem sechzehn Tonnen schweren Mammothon.
Das sorgt natürlich für Gesprächsstoff, und so ergeben sich wieder einige nette Begegnungen mit den Einheimischen.
Der Wald sieht hier plötzlich völlig anders aus als in Lappland: keine Kiefernheide mehr, sondern dichter Birkenwald über hüfthohen Farnen, durch den sich ein schmaler Bohlenweg zieht.

Birken, so weit man schaut

Lou im Grünen

Aussichtspunkt
Und zwischendurch steht mitten im Unterholz eine Skulptur aus alten Maschinenteilen, gestapelt und verrostet, ohne Schild und ohne Erklärung. Sehr finnisch.

Kunst im Wald, ganz ohne Erklärtafel
Damit haben wir Finnland fast durchquert - und liegen im Plan für Schladming. Zumindest bis hierhin.