Finnland 🇫🇮 - Ziegen, Grenzen und Bärenkot
Sven Walther
Kalix
Wir folgen der Europastraße 4 nach Norden und machen kurz vor der Grenze noch einen letzten Stopp auf einem Hof bei Kalix. Leider bietet der einen eher traurigen Anblick. Man kann noch gut erkennen, wie viel Herzblut und guter Wille hier einmal drin gesteckt haben müssen - davon ist heute allerdings nicht mehr viel übrig.

Der Empfangsausschuss

Sehr nah dran
Wir werden dort sogar noch zu unfreiwilligen Tierrettern: Eine Ziege hat sich mit ihren Hörnern im Netz am Zaun verfangen und kommt alleine nicht mehr frei. Also helfen wir ihr heraus. Und das war auch gut so - während unseres gesamten Aufenthalts sehen wir dort keinen einzigen Menschen.

Genau diese Hörner waren das Problem
Über die Grenze
An der Grenze will Sven noch schnell in Schweden tanken, um die günstigeren Preise mitzunehmen. Allerdings hatten offenbar auch sehr viele Finnen genau diese Idee und sind extra über die Grenze gefahren. Die Schlange an der Tankstelle ist entsprechend lang - unser Tank ist zum Glück noch voll genug.
Die erste Nacht in Finnland verbringen wir in Posio, schon in Lappland. Wir stehen in einem lichten Birkenwald am See - und entdecken die für die Region typischen Glasiglus, in denen man im Winter die Polarnacht und mit etwas Glück das Nordlicht von der Matratze aus anschauen kann. Im Juli ist es dafür allerdings deutlich zu hell.

Erste Nacht in Finnland

Glasiglu am See
Korouoma
Am nächsten Tag geht es zum Wandern ins Korouoma, ein rund dreißig Kilometer langer und bis zu 130 Meter tiefer Canyon, der komplett unter Naturschutz steht. Am Eingang steht ein hölzernes Tor im Wald, danach ist der Weg im Wesentlichen: Wald.

Der Eingang ins Korouoma

Ein Pfad, ein Wald, sonst nichts
Über lange Zeit begegnen wir keinem einzigen anderen Menschen. Keine Wanderer, keine Stimmen, keine Autos - nur der Bach, der unten im Tal über die Steine läuft, und eine Brücke aus zusammengelegten Stämmen.

Brücke aus Stämmen

Der Bach unten im Tal
Dafür haben wir Besuch anderer Art: Ein Rentier steht mitten auf dem Weg und schaut uns eine ganze Weile an, bevor es sich entscheidet, dass wir doch nicht so interessant sind.

Begegnung auf dem Weg
Und dann finden wir etwas anderes umso häufiger: Kot vom Braunbären. Nicht einmal, nicht zweimal, sondern in regelmäßigen Abständen entlang des Weges. Sagen wir mal so: Die Wanderung war dadurch definitiv etwas spannender als geplant.

Lou nimmt die Abkürzung

Und noch einmal, diesmal mit See
Lou nimmt das alles deutlich gelassener als wir. Am Ende sehen wir keinen einzigen Bären - und sind uns nicht ganz sicher, ob wir darüber erleichtert oder ein kleines bisschen enttäuscht sein sollen.