Estland 🇪🇪 und Lettland 🇱🇻 - von Nõva nach Riga
Sven Walther
Nõva
Nach Helsinki und Tallinn geht es für uns erst einmal wieder raus ins Grüne. Unser erster Stopp liegt an der Nordküste Estlands bei Nõva. Mitten in der Natur finden wir einen schönen Platz, und ganz nebenbei hat sich hier ein deutscher Auswanderer ein kleines Paradies geschaffen.
Die Anfahrt ist teilweise durchaus interessant: Die Straßen sind generell gut, aber ein paar Kilometer führen noch durch größere Baustellen. Irgendwie gehört das wohl auch zum Roadtrip dazu.

Stellplatz im Grünen bei Nõva
Auf einem kleinen Friedhof im Wald machen wir einen Spaziergang, dann geht es zum Strand. Lou legt sich in den Sand, blinzelt in den bewölkten Himmel und ist nach kurzer Zeit tief und fest eingeschlafen.

Der Friedhof im Wald

Lou am Strand

Zu viel Strand für einen Tag
Mit einem Vorrat an frischem Honig im Schrank geht es weiter nach Süden bis an die Küste. Dort erwartet uns ein besonderes Ostsee-Erlebnis: Das Wasser ist so flach, dass man mehrere hundert Meter weit ins Meer laufen kann, bevor einem das Wasser überhaupt bis zur Brust reicht. Wir sind nach den Fjorden und Seen der letzten Wochen noch immer erstaunt, was diese Ostsee so alles kann.

Die Ostsee zum Hineinspazieren
Riga
Kaum haben wir ein paar Tage Natur hinter uns, stolpern wir schon in die nächste Hauptstadt im nächsten Land: Hallo Lettland, hallo Riga! Uns wurde die Innenstadt wärmstens empfohlen, und wir werden nicht enttäuscht. Unzählige kleine Gassen, dazwischen jede Menge alte, wunderschöne Häuser und immer wieder neue Ecken. Riga feiert dieses Jahr übrigens seinen 825. Geburtstag, und das sieht man.

825 Jahre Riga
Wenn es überhaupt etwas zu meckern gibt, dann über den Erfolg der Stadt: Riga ist ziemlich beliebt, und entsprechend voll und touristisch geht es in der Innenstadt zu. Und natürlich ist auch das Parken mit dem Mammothon wieder ein kleines Abenteuer. Praktisch die gesamte Innenstadt ist für Lastwagen gesperrt. Aber ein Parkplatz liegt genau auf der Grenze dieses Bereichs, offiziell ein PKW-Parkplatz, aber eben gerade noch außerhalb der Sperrzone. Also stehen wir dort, und zwar fußläufig zu allem. Man muss die Lücken finden, gerade wenn man mit 16 Tonnen unterwegs ist.
Auf dem Rathausplatz steht das prächtige Schwarzhäupterhaus, und ein paar Straßen weiter reihen sich die Drei Brüder aneinander, die ältesten Wohnhäuser der Stadt.

Rathausplatz mit Schwarzhäupterhaus

Die Drei Brüder

Gassen ohne Ende
Die Petrikirche überragt die Altstadt, und direkt daneben steht eine alte Bekannte: die Bremer Stadtmusikanten. Bremen ist Partnerstadt von Riga, und die Bronzefiguren waren ein Geschenk. Ein Stück weiter taucht zwischen den Häusern die rote Backsteinfassade der Alten Sankt-Gertrud-Kirche auf.

Die Petrikirche

Die Bremer Stadtmusikanten in Riga

Alte Sankt-Gertrud-Kirche

Der Stadtkanal
Wer genau hinschaut, entdeckt außerdem Katzen: Die berühmteste sitzt mit gekrümmtem Rücken auf dem Dach des Katzenhauses, und das Hinterteil zeigt der Überlieferung nach ausgerechnet in Richtung der Kaufmannsgilde, die den Besitzer einst nicht aufnehmen wollte. Ganz nach unserem Geschmack. Ein paar Straßen weiter steht ein Katzenpaar auf einem Balkon, und ob es sich um eine Hochzeit handelt, wissen wir nicht.

Die berühmteste Katze von Riga

Katzenhochzeit auf dem Balkon
Zum Schluss gehört ein Abstecher ins Viertel des Jugendstils dazu. Riga hat so viele Häuser dieser Zeit, dass man nach oben schauen muss, wenn man nichts verpassen will. Wir sind von Sphingen, Masken und Stuckfassaden mindestens so begeistert wie von den Katzen.

Jugendstil bis unters Dach

Eine Sphinx bewacht den Eingang