Peloponnes 🇬🇷 - Olympia, Kyllini und wilde Pferde
Sven Walther
Olympia
Die Zeit auf dem Campingplatz ist vorbei, es geht wieder los. Dass das antike Olympia ganz in der Nähe liegt, haben wir schon auf der Anfahrt bemerkt, und so ist es das Ziel für heute. Mitten im Touristentrubel schaffen wir es, das Mammothon “genau da” zu parken, wo wir sollen: auf dem Busparkplatz.
Am Eingang begrüßt uns ein Schild: Hunde verboten! Kein Problem, denken wir, wir haben ja einen Rucksack. Also zurück zum Mammothon, Lou in den Rucksack und wieder zur Kasse. Dort erfahren wir, dass Hunde auf dem Gelände überhaupt nicht erlaubt sind, auch nicht im Rucksack. Also gehen wir nacheinander hinein und drehen jeder unsere eigene Runde.
Der Zeustempel ist wirklich beeindruckend, schaut euch nur diese Säulen an! Das antike Stadion dagegen ist überraschend schlicht. Die Zuschauer saßen damals einfach auf dem Gras, Tribünen gab es nicht.

Die Reste des Zeustempels

Der Tunnel zum Stadion

Das Stadion: keine Tribünen, nur Wiese

Der Heratempel

Das Philippeion
Interessant, keine Frage, aber für unseren Geschmack viel zu touristisch. Messene hat uns deutlich besser gefallen. Zeit, die Menschenmengen hinter uns zu lassen und in die andere Richtung zu fahren!
Goura
Wir queren den Peloponnes durch die Berge, an manchen Stellen über 1.000 Meter hoch, bis wir bei Goura den perfekten Platz finden: wunderbar abgelegen, mitten auf einem Feld auf einer Hochebene. Keine Menschenmassen, keine Warteschlangen, keine Verbote. Nur wir, das Mammothon und ganz viel Ruhe. So gefällt uns das!

Unser Stellplatz bei Goura
Rund um den Kyllini
Am nächsten Tag steht Offroad auf dem Programm, und zwar rund um den Kyllini. Die Schotterpiste ist stellenweise schmal und ziemlich ausgewaschen und windet sich um den Gipfel. Der ist 2.374 Meter hoch. Ganz hinauf kommen wir zwar nicht, aber die Piste bringt uns auf über 1.700 Meter. Und siehe da: Sogar jetzt liegt hier oben noch ein wenig Schnee. Damit haben wir auf dem Peloponnes nicht gerechnet.

Pause im Tannenwald

Der Kyllini mit etwas Schnee

Eine Kapelle an der Piste

Auf der Hochebene

Schnee am Pistenrand
Kurz vor dem höchsten Punkt unserer Route stellen wir das Mammothon ab und gehen zu Fuß weiter zur Hermeshöhle. Den Eingang zu erreichen ist nur die halbe Miete, natürlich wollen wir auch hinein. Zum Glück haben wir Lampen dabei, ohne wäre es ziemlich dunkel gewesen.

Der Eingang zur Hermeshöhle

Tropfsteine im Lampenlicht

Lou auf dem Rückweg
Wir haben einen tollen Tag in den griechischen Bergen hinter uns, mit anspruchsvoller Piste, unerwartetem Schnee und einer beeindruckenden Höhle. Hier ein Video von uns auf der Hochebene:
Stellplatz bei den wilden Pferden
Den höchsten Punkt haben wir hinter uns, jetzt suchen wir uns einen Schlafplatz an einem noch kleineren Seitenweg. Natürlich wird es immer enger. Besonders interessant ist ein Abschnitt: erst eine scharfe 270-Grad-Linkskurve, dann ein weggebrochenes Stück Piste und gleich danach eine 90-Grad-Rechtskurve.

Die Piste vor der Engstelle
Was soll da schon schiefgehen? Nun ja… Es läuft nicht ganz zu 100 Prozent nach Plan. Das Video zeigt, dass wir ziemlich nah dran waren: Das hintere rechte Rad hat die Piste verlassen. Gut, dass das Mammothon trotzdem oben bleibt.
Schließlich kommen wir an dem Platz an, den wir uns ausgesucht haben, und der ist es wert. Wir stehen völlig allein, umgeben von Schafen, Ziegen und, das Beste, wilden Pferden. Der Blick über Berge und Täler ist unbezahlbar. Kein Verkehr, kein Lärm, keine Menschen.

Das Mammothon allein am Berg

Lou bewacht den Stellplatz

Besuch auf dem Weg

Ein Pferd auf dem Hang

Morgens liegen die Wolken im Tal
Natürlich bleiben wir ein paar Nächte und genießen die Einsamkeit. Na ja, fast Einsamkeit: Ein Hirte schaut vorbei, und wir treffen zwei andere Offroader, die mit demselben Reiseführer genau diesen abgelegenen Platz gefunden haben. Trotzdem lohnt sich die knifflige Anfahrt. Manchmal gehören zur besten Aussicht eben ein paar enge Kurven und ein bisschen Offroad-Drama.